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12: Wenn die Zeit gekommen ist, um zu gehen – Teil 1

Oftmals sind es die kleinen Dinge im Leben, die das Kindsein so schön machen!
Oftmals sind es die kleinen Dinge im Leben, die das Kindsein so schön machen!
Bildquelle: Pixabay

„Wenn die Zeit gekommen ist“, doch wann genau ist diese Zeit? Manchmal sind Träume, Erinnerungen und deren Bilder das Einzige, was uns bleibt. Kalte, dunkle Wintertage kommen und gehen. Warme Sommerabende gibt es jedes Jahr, mal mehr, mal weniger. Freunde findet man hier und da, einer geht, ein anderer kommt. Auch der so gern erwartete und meist viel zu kurze Urlaub wird sich all die Jahre wiederholen, mal in den eigenen vier Wänden, mal irgendwo in den Bergen oder am Meer. Mir fallen aber nur 2 Dinge ein, die einfach nur gehen und nicht wiederkommen, die Kindheit und Menschen, die man liebt. Aber gehen wir hierzu nochmal ein paar Jahre zurück in meinem Leben, genau gesagt in meine Kindheit und schauen „wann die Zeit gekommen ist, um zu gehen“.

Geschichten von Alt und Jung

Meine Kindheit, eine wunderbare Zeit voller Liebe, Abenteuer und Geselligkeit. Wenn ich mich daran zurückerinnere, fallen mir immer wieder die gleichen Szenen und Menschen ein, mit denen ich meine Jugend verbracht habe. Ich träume auch jetzt noch ganz oft von damals. In meinen Träumen bin ich Kind und wohne noch immer da, wo ich früher gewohnt habe, im Seniorenheim.

Die einen lebten hier, damit Sie Ihren Lebensabend in Ruhe genießen konnten und ich, damit ich genau diese Erfahrungen sammle, die die „Alten“ bereits Jahrzehnte hinter sich hatten. Ein Gegensatz, der gegensätzlicher nicht hätte sein können und trotzdem eine Symbiose.

Irgendwie spiegelt sich genau hier das Gehen der einen und das Kommen der anderen Generationen wider. Das Leben ist ein Kreislauf, traurig und faszinierend zugleich. Die „Alten“ waren damals für mich als Kind noch fitter und rüstiger als Sie es jetzt in Pflegeheimen sind. Für mich war es normal, wenn mir ein 80-jähriger Bewohner angeboten hatte Fußball zu spielen.

Menschen mit Leiden verschiedenster Art waren für mich nichts Besonderes. Egal ob jemand im Rollstuhl gesessen oder einen Sprachfehler hatte, für mich als heranwachsender war das alltäglich. Genauso normal war es für die Bewohner des Seniorenheimes, dass der kleine Andreas auf den langen, glatten Gängen des Hauses mit seinem Germania Skateboard durch die Gänge gefahren ist und auch später das Moped fahren im Park erlernt hatte. Niemand regte sich auf, wenn ich mitten auf dem Weg zu Beginn des Winters eine Schanze baute, um mit meinen alten Holzskiern etwa 30 cm weit springen zu können. Ach, war das herrlich. 

Wir hatten so viel zu erleben

Neben dem Altenheim mit riesigem Garten nach allen Seiten, in dem ich wohnte, gab es noch ein zweites Altenheim, eine großartige, aber etwas in die Jahre gekommene Villa. Direkt nebenan in einem kleinen abgewrackten Haus wohnte mein damaliger bester Kumpel Enrico. Nur einen Steinwurf von mir entfernt. Wir hockten nach der Schule fast jeden Tag aufeinander. Mal bei ihm, mal bei mir. Langweilig wurde uns nie. Wir kletterten auf Bäume, um an die edlen Glaskirschen zu kommen oder leerten den Baum voller Walnüsse, um diese an unsere Eltern zu verteilen. Wir versteckten uns nachmittags oft in einer Scheune voller Heu in der obersten Etage und sprangen danach unbedarft wieder hinunter. Wenn meine Eltern Zeit hatten, pflückten wir oft Lindenblüten, um daraus Tee zu machen oder wir sammelten Holunderblüten und kreierten daraus eine leckere Suppe.

Jeden Tag ein neues Abenteuer

Gern kletterten wir auch in einer Höhe von etwa 50 Zentimetern dank eines kleinen Vorsprungs rund um das Altenheim. Dabei versuchten wir unsere Kraft so einzuteilen, dass wir so weit wie möglich um das Gebäude herumkamen. Gewonnen hatte der, der es am weitesten geschafft hatte. Kräftemessen unter Kindern.

Sehr beliebt war auch das Verstecken spielen bei uns beiden. Dabei ging es nicht darum, dass wir uns gegenseitig suchen und verstecken mussten, sondern unser Ziel war es, einmal rings um das Haus zu kommen, ohne dass uns jemand der Bewohner, Angestellten oder Besucher zu Gesicht bekam.

Das Verstecken oder auch das Budenbauen nahm einen Großteil unserer wertvollen Kindheit in Anspruch. Ein für uns Kinder günstig gewachsener riesiger Fliederbusch diente als Wohnung und Rückzugsort. Er wurde vor vielen Jahren oder Jahrzehnten so angepflanzt, dass er nach allen Seiten, kreisförmig dicht war. Ist man aber erstmal durch eine kleine Öffnung hineingekommen, verbarg sich im Inneren genügend Platz für eine Decke und andere versteckte Geheimnisse. Perfekt, um uns ungestört die nächsten Pläne auszudenken. Wenn ich so darüber nachdenke und schreibe, sollte dort, irgendwo vergraben von uns, ein kleines Kästchen mit Spielsachen und Trophäen liegen. Nur leider werde ich jetzt, ca. 30 Jahre später keine Chance mehr haben, dies zu prüfen oder sogar auszubuddeln. Schade eigentlich, denn ich würde so gern wissen, ob und was in dem Kästchen verborgenes liegt.

Ein Wesen, nicht von dieser Welt?

Eine kleine, lustige, aber prägende Geschichte fällt mir noch zu diesem „verwunschenem“ Fliederbusch ein. Eines Tages wollten wir, also mein Freund Enrico und ich, wieder in unseren Busch, um uns zu verstecken und Pläne auszuhecken. Doch an diesem Tage war er besetzt. Aber nicht von einem Menschen, sondern von einem Wesen. Eine Gestalt, die ich aus dieser Nähe noch nie gesehen hatte.

Wenn ich ehrlich bin, traute ich mich damals noch nicht mal bis ganz oben diese Gestalt zu inspizieren. Zu groß und angsteinflößend waren allein schon seine Füße, voller Muskeln und Fell. Was genau das war, war mir im Grunde egal.

Ich rannte weinend an das Fenster meiner Eltern, rief meine Mutter und sagte komplett aufgelöst und voller Furcht, dass da etwas im Fliederbusch steht, mit Klötzen an den Beinen. Eine bessere Beschreibung fiel mir nicht ein. Meine Mutter lächelte und war dennoch skeptisch. Nachdem mein Vater dann mit uns zusammen nach dem vermeintlich außerirdischen Wesen geschaut hatte, stellte sich heraus, dass es sich eine verirrte Kuh in unserer Behausung gemütlich gemacht hatte. Nach einem Anruf bei der Polizei, wurde dann die Kuh von einem Bauern, der bereits seine Kuh vermisst hatte, abgeholt.

Aber auch die schönste Kindheit geht irgendwann zu Ende. Man wird älter, die Interessen ändern sich. Eltern ziehen um und nehmen Ihre Kinder mit. Bewohner, die man über Jahre kannte, starben und auch der eine oder andere Angestellte verließ aus verschiedenen Gründen seine Arbeitsstelle. Neue Freunde, Bewohner und auch Angestellte kamen. Alles in allem der ganz normale Kreislauf des Lebens, aber dennoch wurde es nie wieder so wie es einmal war. Wenn Dir damals Erwachsene sagten: „Genieße Deine Kindheit“, machte man sich keine Gedanken, was der Spruch wirklich bedeutete. Jetzt als Anfang 40er, weiß man genau, was damals die Leute damit sagen wollten.

Man lebt nur einmal

Ich möchte damit aber nicht sagen, dass nur die Kindheit schön ist. Jeder Lebensabschnitt hat seine Reize und bringt Vor- und Nachteile mit sich. Ist man Kind, hat man noch nicht so viele Pflichten, aber auch nicht so viele Rechte. Ist man Erwachsen, hat man viele Pflichten, aber auch viele Rechte. Der eine ist Kind und kann es nicht abwarten Erwachsen zu werden. Die Erwachsenen möchten wiederum lieber wieder Kind sein. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm am liebsten wäre, doch ändern können wir es sowieso nicht.

Deshalb lieber Kinder: „Genießt Eure Kindheit“ und Ihr liebe Erwachsenen: Lasst Euren Kindern die Freiheit, die sich brauchen und macht allesamt das Beste aus Eurem Leben, denn man lebt nur einmal.

Im 2. Teil dieser Gedankenreise durch meine frühe Jugend geht es dann nochmal um meinen Abenteueronkel und um die eigentliche Frage: „Wann die Zeit gekommen ist“. Auch nach so vielen Jahren ohne meinen Onkel Hans, fällt es mir schwer über die letzten Jahre aus seinem Leben zu berichten. Dennoch freue ich mich, ihn wieder und wieder in die Erinnerung zu holen.

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2 Kommentare

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