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4: Meine neue Heimat – das Bürgerheim

Meine neue Heimat - das Bürgerheim
Quelle Bild: www.döbeln.de

Natürlich oder besser gesagt zum Glück, bin ich nicht in einem Kinderheim gelandet, sondern in einem Bürgerheim, wie es früher hieß. Heute wird so eine Einrichtung auch als Altenheim oder Pflegeheim bezeichnet. Als Kind hörte ich auch oft die Bezeichnung Feierabendheim, wobei ich diesen Ausspruch damals und auch heute noch etwas suspekt fand/finde. Das Wort „Feierabendheim“ klingt so endgültig und suggeriert mir als alten Menschen eher das Gefühl, bald ist „Feierabend“ ………pieeeeeeeeeep……

Was verschlägt eine Familie nur in ein Bürgerheim? Kann man da wirklich wohnen und vor allem warum?

Ganz einfach! Als ich geboren wurde, war mein Opa der Chef des 1914 errichteten Bürgerheimes. Meine Oma war die Wirtschaftsleiterin und mein Vater und meine Mutter Angestellte in diesem Haus. Andere Zeit, andere Umstände. Die ganze gerade genannte Familie lebte in geräumig großen Zimmern in der untersten Etage des Bürgerheimes. Jeder hatte sein eigenes Reich. Für die damalige Zeit war unsere Behausung wirklich gut. Alle lebten zusammen und konnten sich gegenseitig helfen und unterstützen. Fehlte dem einen etwas, hatte es der andere. Wollte man sich besuchen, ging man aus der einen Tür raus und zur anderen wieder rein. Es war ein wunderbares Miteinander. Eine Kindheit, die nicht besser sein konnte.

Die Zimmer waren hoch geschnitten und man fühlte sich zu keiner Zeit eingeengt. Die Flure waren riesig und luden zum Spielen, Rennen und Herumtollen ein. Bei schönem Wetter ging es raus ins Grüne und davon gab es hier viel. Obwohl man nur 5 Minuten von der Innenstadt entfernt war, hatte man hier im Garten seine absolute Ruhe. Ringsum das Bürgerheim war ein grandioser Garten mit viel Gras, angelegten Wegen, Blumen und Bäumen. Das war nicht nur ein Traum für die Bewohner, sondern auch für mich als Heranwachsender.

Natürlich waren wir in diesem riesigen Haus mit Garten nicht allein. Im Grunde haben wir uns hier fast alles mit den eigentlichen Bewohnern geteilt. Mich selbst freute das natürlich sehr, ich hatte immer jemanden, mit dem ich Spaß haben, reden oder auch Fußball spielen konnte.

Meine Eltern fanden das damals aber nicht ganz so schön wie ich, denn sie wollten auch mal ihre Ruhe haben. Das wiederum war fast unmöglich. Wir hatten in dem besagten Garten eine kleine Ecke für uns. Schön geschützt hinter einem riesengroßen Fliederbusch stand eine Bank, eine Hollywoodschaukel, gepaart mit einem Tisch, ein paar Stühlen und natürlich einem Grill. Oberhalb und unterhalb unserer eigenen Ecke lief ein Weg entlang. Dieser war gerade in den Sommermonaten sehr stark von den älteren Bewohnern frequentiert. Wurde der neue „Star“ gesichtet, also ich, war es mit der Ruhe vorbei. Das Bier meines Vaters wurde aus der Hand genommen, die Wurst vom Grill wurde auf Sparflamme gelegt und schon konnten die Gespräche über Gott und die Welt und natürlich über mich losgehen.

Wie bereits erwähnt, ich hatte meinen Spaß daran, meine Eltern waren eher anderer Meinung.

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2 Kommentare

  1. Heike B.

    Daran habe ich auch noch schöne Erinnerungen. Besonders auch die Schaukel am Baum.

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